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Hessen: Staupe und Leptospirose nachgewiesen


Im Kreisgebiet von Limburg-Weilburg sind mehrere Tierkadaver gefunden worden, die mit Staupe oder Leptospirose infiziert waren. Damit Haustiere oder Menschen – die Leptospirose bekommen können – sich nicht anstecken, sollen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis Limburg-Weilburg hat ein Merkblatt zum Auftreten der beiden ansteckenden Krankheiten zusammengestellt, in dem es heißt: „In den letzten Wochen sind bei der Untersuchung freilebender verendeter Waschbären und Füchse im Landkreis Limburg-Weilburg Staupe und Leptospirose nachgewiesen worden. Auch im Lahn-Dill-Kreis wurden Fälle dieser Erkrankungen bei Wildtieren nachgewiesen.“

Ein Fall von Leptospirose wurde bei einem Fuchs nahe Merenberg sowie im Juni und August je ein Fall von Staupe bei Füchsen nahe Gaudernbach und Lindenholzhausen festgestellt. Laut Veterinäramt sind Infektionen von Haustieren im Kreisgebiet noch nicht bekanntgeworden. Beim Gesundheitsamt des Kreises sei bisher keine Meldung über einen Erkrankungsfall bei Menschen eingegangen.

Die Tiermediziner weisen darauf hin, dass das Staupevirus zwar für den Menschen ungefährlich ist, dass es sich bei der Staupe jedoch um eine hochansteckende Viruserkrankung handelt, die für Hunde und alle ihre biologischen Verwandten eine große Gefahr darstellt.

Im Merkblatt steht dazu: „Das Staupevirus bleibt auch außerhalb eines lebenden Organismus noch Tage ansteckend. Es wird durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere übertragen. Empfängliche Tiere können sich somit direkt über diese Ausscheidungen durch gegenseitiges Belecken und Tröpfcheninfektion anstecken oder nehmen den Krankheitserreger mit verunreinigtem Futter, Wasser oder aus der Umgebung auf.“ Die Sterberate bei infizierten Tieren könne bis zu 80 Prozent betragen.

Zu den klassischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Fieber, Erbrechen und Durchfall kommen häufig auch Atemwegserkrankungen und Bindehautentzündungen bei Hunden, Füchsen, Waschbären, Dachsen oder Mardern, heißt es weiter. Ist das Zentralnervensystem mitbetroffen, seien auch Muskelkrämpfe, Zwangsbewegungen und epilepsieähnliche Anfälle zu beobachten. Hauskatzen würden sich zwar mit dem Virus infizieren können, sie zeigen dann aber keine Krankheitsanzeichen.

Die heimischen Jäger seien über die Infektionen informiert, sagt Kreisjagdberater Klaus Ahlborn aus Aumenau und führt aus, dass damit bisher keine Veränderungen für die Jagd verbunden seien. Ahlborn betont, dass die Impfung gegen Staupe für Hunde eine nahezu hundertprozentige Sicherheit gegen eine Infektion biete. Deshalb würden die Jäger auch darauf achten, dass alle ihre Jagdhunde regelmäßig geimpft werden. Genau diese Vorsorge empfiehlt Ahlborn auch allen anderen Hundebesitzern, denn über nicht geimpfte Hunde oder auch Hauskatzen könne sich die Staupe weiter verbreiten.

Regelmäßige Impfungen schützen Hunde mit hoher Sicherheit gegen eine Staupeinfektion

Die Impfung gefährdeter Haustiere wird auch vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Kreises Limburg-Weilburg ausdrücklich empfohlen. Dabei gelte es, auch die nötigen Nachimpfungen vom Tierarzt vornehmen zu lassen: „Da bei Wildtieren das Staupevirus sowie Leptospiren mehr oder weniger stark verbreitet sind, empfiehlt der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Limburg-Weilburg dringend, den Impfschutz bei Hunden kontinuierlich aufrecht zu erhalten.“

Mit Blick auf beide Krankheiten gelte grundsätzlich, dass darauf geachtet werden solle, dass die Haustiere nicht in Kontakt mit Wildtieren kommen, beispielsweise beim Spaziergang. Dazu erinnern die Veterinäre an die ohnehin geltenden Regeln: „Im Wald sollten die Hunde an die Leine genommen werden. Streunen der Hunde ist zu verhindern.“

Da die Leptospirose auch auf den Menschen übertragbar ist und es in Deutschland keinen zugelassenen Leptospirose-Impfstoff gibt, raten die Fachleute zu Vorsicht und Hygiene. Nach einem Kontakt mit infizierten Tieren sollten die betroffenen Personen beobachten, ob Krankheitssymptome wie plötzlich einsetzendes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen oder eine Bindehautentzündung folgen. Wenn das der Fall ist, müsse sofort ein Arzt hinzugezogen werden.

Da sich in der Region immer mehr Waschbären einen Lebensraum in direkter Nähe zum Menschen erobern, rät die Behörde, darauf zu achten, Küchenabfälle, Hausmüll und Biotonnen so zu verwahren, dass die geschickten Waschbären nicht drankommen können.

Staupe: Die Staupe ist eine Viruserkrankung, die seit Jahrhunderten bei Haushunden bekannt ist. Staupe wurde bereits beobachtet bei folgenden Familien: Hunde, Katzen, Hyänen, Marder, Kleinbären, Bären und Schleichkatzen. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns und des Nervensystems kommen. Bis zur Einführung der Impfung in den 1960er Jahren war die Staupe in Deutschland eine der verlustreichsten Hundekrankheiten. Impfungen sind die wichtigste Prophylaxe, gerade weil die Erkrankung in den vergangenen Jahren wieder vermehrt aufgetreten ist. (Quelle: Wikipedia)

Leptospirose: Die Leptospirose ist eine Infektionskrankheit, die durch Krankheitserreger der Gattung Leptospira verursacht wird. Es handelt sich dabei um eine meldepflichtige Krankheit, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbar ist (Zoonose). Natürliche Wirte der Erreger sind vor allem Ratten und Mäuse. Leptospiren gelangen über den Urin infizierter Säugetiere in die Umwelt. Durch kleine Hautverletzungen oder über die Schleimhaut kann der Mensch sich mit dem Erreger anstecken. Die Übertragung kann auch durch Kontakt mit Blut oder Gewebe infizierter Tiere oder verunreinigtem Wasser erfolgen. In etwa 90 Prozent der Fälle verläuft die Leptospirose beim Menschen ähnlich wie eine Grippe. Schwere Verlaufsformen findet man bei der Variante Morbus Weil, die mit Leber- und Nierenversagen einhergehen und zum Tod führen kann. (Quelle: Wikipedia)

Tags: Staupe, Leptospirose

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