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Montag, 29 August 2016 07:31

September 2016

geschrieben von
"Schnösel, wo bist Du?" schallt es durchs Haus.
Schnösel, das bin ich. Keine Ahnung, wie ich zu dem Namen gekommen bin. Am pinken Schal und meinem elitären Gehabe kann es nicht liegen. Oder doch? Während ich vor mich hin grüble, warum ich Schnösel heiße, wird wieder nach mir gerufen. Na gut, dann schau ich mal, was mein Mensch von mir will. Ah, da isse ja. Meine Futterwartin. Sie starrt ganz gebannt auf ihren Laptop. "Schau mal, Schnöseli, ein Denkmützchen für Hunde. Das wär doch was für dich"! Ich werf ihr meinen verächtlichsten Blick zu, den ich drauf habe. Ja klar. Brauch ich. Wie das Gekeife von der lecker riechenden Hündin in der Nachbarschaft, wenn ich an ihrem Hintern schnüffeln will.
Eine Denkmütze für Hunde. Der letzte Schrei. Schaut mindestens so dämlich aus wie dieses Rentiergeweih. Das hat vor Weihnachten Hochkonjunktur. Überall tauchen dann Fotos von unglücklich drein schauenden Artgenossen mit dem bimmelnden Gedöns auf dem Kopf auf. Und sorgen für kleine spitzen Schreie der Verzückung bei allen Menschen. Na ja, fast allen. Ich hab da nämlich Glück. Mein Frauchen verschont mich damit. Wobei...Moment....sie wird jetzt doch nicht etwa ....??? Nein, doch nicht. Glück gehabt. Ich döse ein bisschen. Und überlege, was es mir bringt, so eine Denkmütze zu tragen. Hm. Meine Futterversorgung funktioniert reibungslos. Wenn ich spielen will, schleppe ich mein Bällchen an, und mein Mensch mutiert zur Ballwurfmaschine. Oder das Ding mit dem Stallkarnickel. Kann ich was dafür, wenn sich das doofe Langohr unterm Zaun durchbuddelt? Und mir dann noch bei meinem morgendlichen Gang durch den Garten über den Weg hoppelt? Jetzt hat es sich ausgehoppelt! Flugs in den Kaninchenhimmel hab ich es befördert. Das hat es jetzt davon, dass es mich immer in seinem Auslauf geärgert hat. Klar gab es Schimpfe. Ein richtiges Donnerwetter. Aber das war es wert. Ich hab flugs das Genick eingezogen, die Ohren hängen lassen und dazu meinen erbarmungswürdigsten Blick aufgesetzt. Und mich zerknirscht ins Haus verzogen. Was passiert? Frauchen sieht mein schuldbewusstes Gesicht und muss lachen. Und alles ist wieder gut. Nein, ich brauch keine Denkmütze. Aber vielleicht wäre sie was für Euch Zweibeiner? Um darüber nachzudenken, wie leicht ihr zu manipulieren seid?
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Andrea Dehmer

Andrea Dehmer schlug den zur damaligen Zeit für Frauen typischen Berufsweg in Büro und Verwaltung ein. Ein Tätigkeitsschwerpunkt war dabei immer das Verfassen von Artikeln für die Presse und formulieren und halten von Vorträgen. 2007 zog der erste Jagdhund bei ihr ein und sie kam über den Hund zur Jagd. Im Jahr 2010 bestand sie die Jägerprüfung und löste den ersten Jagdschein. Sie jagt in einem Niederwildrevier und führt 4 Deutsch-Kurzhaar, die von ihrer ersten Hündin abstammen.

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