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Mittwoch, 17 August 2016 11:55

DK-Präsidium gerät in immer größere Erklärungsnot

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Im Zuchtverein für Deutsch-Kurzhaar-Hunde geht es drunter und drüber Im Zuchtverein für Deutsch-Kurzhaar-Hunde geht es drunter und drüber

Als es Anfang Juni in Rheinland-Pfalz zu einer Tragödie in einer Züchterfamilie kam, war dies zugleich der schlimme Höhepunkt einer Auseinandersetzung zwischen dem Präsidium des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes und den beiden betroffenen Züchtern der Zwinger Schnepfenstrich und Entenpfuhler Forst, die in einer Zuchtsperre gipfelte.

Zum Zeitpunkt der Tragödie standen auf dem Grundstück der Familie rund 20 Hunde, die kurzfristig anderweitig untergebracht werden mussten. Das zuständige Veterinäramt erklärte sofort, die Versorgung der Tiere sei gesichert. Der DK-Klub Saar erklärte, so berichtete es dessen Vorsitzender Wolfgang Casper Hund & Jagd, für die Unterbringung der Hunde zu sorgen und auch kurzfristig Pfegestellen zu finden. Der DK-Verband, der den beiden Züchtern mit sehr zweifelhaften Entscheidungen die Lebensgrundlage entzogen hatte, tat - nichts. Auch der Tierschutzbeauftragte des Verbandes entwickelte keinerlei Aktivitäten.

Drei Tage nach der Familientragödie waren aber plötzlich alle Hunde vom Grundstück der Familie verschwunden. Im Internet erklärte später eine Anna-Lena Pilgram, die von einer Polizeibeamtin unterstützt wurde, sie habe alle Hunde für 5000 Euro gekauft. Diese Aussage musste sie später zurückziehen, weil sie schlicht gelogen war.
Ein Brief auf offiziellem Papier des DK-Verbandes, der jetzt bekannt wurde, stellt die Aktion allerdings in einem völlig anderen Licht dar.
Das Schreiben mit dem Briefkopf des DK-Verbandes ist adressiert an Antje Engelbart-Schmidt, Zuchtwartin des DK-Klubs Oberfranken-Hassberge. Unterschrieben ist das Schreiben ebenfalls von Engelbart-Schmidt. Das Schreiben datiert vom 6. Juni, zwei Tage nach der Tragödie in der Züchterfamilie. Engelbart-Schmidt schreibt: "Der Deutsch-Kurzhaar-Verband e.V.  beauftragt Frau Anna-Lena Pilgram und Frau Mareike Streicher für die Vermittlung der Deutsch-Kurzhaar-Welpen und der ausgewachsenen Hunde aus dem Züchterhaushalt von Herrn Achim K. und der verstorbenen Frau Tanja M. Frau Anna-Lena Pilgram und Frau Mareike Streicher werden in Kooperation mit dem DK-Verband geeignete Jägerhände für die Hunde suchen."
Handschriftlich hat Antje Engelbart-Schmidt hinzugefügt: "In persönlicher Absprache mit Verbandszuchtwart Gerd Schad und Präsident DK-Verband Michael Hammerer und Dr. Albert Lemmer, Tierarzt. Alles auch Mitglieder der Zuchtkommission des DK-Verbandes."

DK-Präsident Michael Hammerer, auf dieses Schreiben von Hund & Jagd angesprochen, anwortete: "Ich wurde gebeten, eine Genehmigung für die Abholung der genannten Hunde zu erteilen. Dies habe ich abgelehnt mit dem Hinweis, dass der DKV dazu nicht berechtigt ist. Ich habe auch niemanden legitimiert,  ein solches Schreiben zu verfassen."

Der ehemalige Züchter Achim K. erklärte Hund & Jagd, dass sämtliche Hunde in seinem Eigentum gestanden hätten. Wo die Hunde derzeit seien, wisse er nicht.

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Tobias Paulsen

Tobias Paulsen hat den Beruf des Redakteurs ab den 70er Jahren in Frankfurt von der Pike auf gelernt. Journalistisch wirkte er zunächst im Lokalen und wechselte später an die Frankfurter Gerichte. Als er in den 90er Jahren Interesse für Wald und Wild entwickelte, war die Ausbildung zum ersten Jagdschein fast schon ein Muss. Anschließend arbeitete er einige Jahre für mehrere Jagdzeitungen und spezialisierte sich dann noch einmal auf den Bereich Jagdhund. Selbst führte er Teckel, einen Kleinen Münsterländer und aktuell einen Deutsch-Drahthaar. Hund & Jagd gründete er 2004.

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