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Montag, 31 Oktober 2016 16:45

Quo vadis, Spinone Italiano

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Bei dem in 2008 gegründeten Verein kracht es heftig hinter den Kulissen. Genau das kann der SICD, für den es im Mai 2017 um die endgültige Aufnahme in den VDH und in 2019 in den JGHV geht, nicht brauchen. Aktuell werden von Züchtern schwere Vorwürfe gegen den Vorstand erhoben.

 Offen kritisiert wird, dass es grobe Verstöße gegen die Zuchtordnung gebe, in der der Verein SICD e. v. sich zu einer Verhinderung der Ausbeutung der Zuchttiere verpflichtet hat und in der geregelt ist, dass eine Hündin einen Wurf pro Jahr haben darf.  Auch hinsichtlich der Amtsdauer von dem einen oder anderen Vorstandsmitglied soll es Ungereimtheiten geben. Frei nach dem Motto: "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt".

Weiter wird beklagt, dass zuchtrelevante Informationen für Züchter nicht öffentlich zugänglich gemacht werden.  Als Begründung wird von Seiten des Vorstandes des SICD der Datenschutz genannt. Was nicht nachvollziehbar ist, denn bei anderen Rassen funktioniert es seit Jahrzehnten. Hingegen beim SICD soll alles Wissen in einer Person, der Zuchtleiterin Sonja Schmitt, gebündelt werden. Laut der Zuchtordnung des Vereins ist es ihre Aufgabe, zuchtunsichere oder zuchtschädigende Paarungen zu unterlassen. Also den Züchtern bei der Auswahl der Deckrüden zu helfen, auf aufgetretene Zuchtfehler hinzuweisen, eben den Züchtern jedwede Informationen zukommen zu lassen, um gesunde, wesensfeste, Spinone Italiano züchten zu können. So weit die Theorie. Die Praxis soll ganz anders aussehen.
Interessant ist, dass Sonja Schmitt auf eine gezielte Anfrage diesbezüglich ihre Rechtsanwältin antworten lässt und in diesem Schreiben mit Unterlassung gedroht wird, sollte es zur Veröffentlichung kommen. Auch der 1. Vorsitzende, zu den Problematiken befragt, will keine Stellungnahme abgeben.

In seiner Vereinssatzung hat sich der SICD der Förderung und Erhaltung der jagdlichen Anlagen, des ursprünglichen Wesens, sowie die Pflege der jagdlichen Eigenschaften und die Verbreitung der Spinoni als Jagdgebrauchshunde verpflichtet. Das alles wohl auch im Hinblick auf die angestrebte endgültige Aufnahme des Vereins in den JGHV. Doch genau damit ist ein weiterer Brennpunkt entstanden: die Zuchtzulassung. Es soll jagdliche Leistungszucht betrieben werden. Doch es gibt nur einige Zuchttiere, die jagdliche Prüfungen abgelegt haben. Wobei auch hier die Schere weit auseinander klafft. Es wurden Hunde zur Zucht zugelassen, die lediglich in einem Fach zur jagdlichen Brauchbarkeit geprüft wurden, andere wiederum haben die VGP abgelegt. Nicht alle Spinone Züchter haben den Jagdschein. So müssen die nicht jagdlich geführten Spinone eine Begleithundeprüfung und einen Schusstest vorweisen. Dumm nur, wenn - wie in diesem Jahr - kein Schusstest stattfindet. Und: wie aussagekräftig sind eine Begleithundeprüfung und ein Schusstest im Hinblick auf die jagdliche Eignung und Leistungsfähigkeit eines Hundes dieser Rasse? Hier gibt es noch einiges zu tun für den Vorstand im Hinblick auf eine Vereinheitlichung der Zuchtzulassungskriterien und den Anspruch an sich, Jagdgebrauchshunde zu züchten.

Auch an der vom Vorstand praktizierten Öffentlichkeitsarbeit wird Kritik laut. In den über acht Jahren seit Vereinsgründung gehören dem Verein etwa 106 Mitglieder an. Nicht gerade viel. Trotzdem leistet es sich die Vereinsführung, Mitgliederanträge abzulehnen. Wobei hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, dass nach "Nasenfaktor" entschieden wird, wer Mitglied sein darf und wer nicht. Dass damit weiterer Unmut laut wird, ist logische Konsequenz. Auch wird bemängelt, dass beispielsweise auf einer Fachmesse, bei der die Rasse Spinone vertreten war, eine Züchterin mit nicht jagdlichem Hintergrund von einem Interessenten befragt, ob sich die Rasse zur Nachsuche eignen würde, zur Antwort gab, dass sie das nicht wisse. Keine gute Werbung für den Spinone als Jagdhund. Handlungsbedarf gibt es auch hinsichtlich der Homepage des SICD, die sich als wenig benutzerfreundlich für den Interessenten an dieser Rasse darstellt.

Es gibt noch viel zu tun für die Verantwortlichen des Vereins bis zur endgültigen Aufnahme in den JGHV.

Anmerkung der Redaktion: Der Zuchtverein für Spinone Italiano und dessen Zuchtleiterin Sonja Schmitt wollten den Artikel über die vielen Ungereimtheiten im Verein gerichtlich verbieten lassen. Dies lehnte ein angerufenes Gericht ab. Allerdings müssen einige Beauptungen, die Hund & Jagd veröffentlicht hat, gerichtlich übergeprüft werden. So lange dürfen sie nicht wiederholt werden. Pikant an der Geschichte ist, dass mit einer Versicherung an Eides Statt das Gegenteil von dem behauptet wird, was - aus Sicht von Hund & Jagd - mit Dokumenten und Zeugenausagen leicht belegt werden kann. Leicht möglich, dass die Anrufung des Gerichts für den Spinone-Italiano-Club Deutschland und seine Zuchtleiterin zu einem schlimmen Eigentor wird.

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Andrea Dehmer

Andrea Dehmer schlug den zur damaligen Zeit für Frauen typischen Berufsweg in Büro und Verwaltung ein. Ein Tätigkeitsschwerpunkt war dabei immer das Verfassen von Artikeln für die Presse und formulieren und halten von Vorträgen. 2007 zog der erste Jagdhund bei ihr ein und sie kam über den Hund zur Jagd. Im Jahr 2010 bestand sie die Jägerprüfung und löste den ersten Jagdschein. Sie jagt in einem Niederwildrevier und führt 4 Deutsch-Kurzhaar, die von ihrer ersten Hündin abstammen.

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