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Dienstag, 28 März 2017 15:18

Was tun, wenn es juckt und kratzt?

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Allergien belasten das Wohlbefinden des Hundes. Sind die Auslöser bekannt, ist eine erfolgversprechende Therapie möglich.

Eigentlich ist es jedes Mal das Gleiche. Ein oder zwei milde Tage und schon glaubt man, der Winter ist vorbei. Doch selten legt das Frühjahr wirklich einen Blitzstart hin, sondern erkämpft sich mühsam seinen Platz im Jahr. Fast unbemerkt bleibt in diesen Tagen der Pollenflug. Nicht nur der Mensch, auch Hunde können allergisch auf Blütenstaub, Gräser oder Pollen reagieren und eine Atopische Dermatitis (AD) entwickeln.

AD ist eine der häufigsten Hauterkrankungen beim Hund. Wahrscheinlich hat jeder Hund eine individuelle Allergieschwelle. Wird diese überschritten, entsteht zunächst ein lästiger Juckreiz. Wenn der Hund sich in diesen Tagen auffällig häufig kratzt, könnte eine saisonal bedingte Allergie (Atopie) dahinterstecken. Auslöser sind aber nicht nur Pollen, sondern auch andere Umweltallergene wie Staubmilben oder Schimmelpilzsporen. Was zunächst saisonal beginnt, entwickelt sich häufig zu einer nicht-saisonalen Erkrankung, die sich zu bestimmten Zeiten allerdings noch einmal verschlimmert.

Allergene werden über die Haut aufgenommen. Besonders gefährdet sind Körperstellen mit dünner Haut und spärlicher Behaarung. Das häufigste Symptom der AD ist - wie bei den meisten anderen Allergien auch - der starke Juckreiz. Empfindlich sind das Gesicht, die Ohren, die Gliedmaßen und Pfoten, die Achselbereiche sowie die Schwanzunterseite. Bakterien und Pilze besiedeln im Anschluss häufig diese sensiblen Körperstellen und verursachen schwerwiegende Infektionen.

Verschiedene Terrierarten, Golden und Labrador Retriever, Bulldoggen, Irish Setter und Deutscher Schäferhund sind besonders anfällig. Es scheint also eine genetisch bedingte Neigung zur allergischen Reaktion zu geben. Und auch wenn die Allergie prinzipiell in jedem Alter beginnen kann, zeigen etwa 70 Prozent der betroffenen Hunde bereits mit ein bis drei Jahren erste klinische Symptome.

Die Ursachen für die saisonale Atopie sind kaum auszuschalten, eine hundertprozentige Heilung ist kaum möglich. Allerdings lassen sich durch Tests die Allergie auslösenden Substanzen sehr exakt bestimmen. Der Tierarzt kann sie über einen Hauttest aufspüren, eine langwierige und detektivische Arbeit. Die AD lässt sich zudem über Bluttests nachweisen. Ist die Ursache bekannt, kann dem Tier mittels einer Immuntherapie, also einer schrittweisen Gewöhnung an den Allergieauslöser, geholfen werden. Die Immuntherapie fordert von „Hund und Herrchen“ viel Geduld, da sie sich über mehrere Monate erstrecken kann und den regelmäßigen Tierarztbesuch, meist zweimal wöchentlich, erforderlich macht. Aber der Aufwand lohnt sich, denn die Erfolgsaussichten bei der Desensibilisierung liegen immerhin bei über 70 Prozent und sie ermöglicht den betroffenen Tieren ein weitgehend beschwerdefreies Leben. Der Tierarzt kann zusätzlich Medikamente verabreichen, die den akuten Juckreiz lindern und die Entzündungsreaktion mindern. Hierzu zählen kühlende Mittel, Antihistaminika oder Cortison haltige Medikamente. Darüber hinaus stehen mittlerweile verschiedene neue Medikamente zur Verfügung, die gezielt für den Juckreiz verantwortliche Botenstoffe hemmen. Die Hunde müssen sich weniger kratzen, das Hautbild verbessert sich und die Gefahr von Folgeinfektionen sinkt.  BfT
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Tobias Paulsen

Tobias Paulsen hat den Beruf des Redakteurs ab den 70er Jahren in Frankfurt von der Pike auf gelernt. Journalistisch wirkte er zunächst im Lokalen und wechselte später an die Frankfurter Gerichte. Als er in den 90er Jahren Interesse für Wald und Wild entwickelte, war die Ausbildung zum ersten Jagdschein fast schon ein Muss. Anschließend arbeitete er einige Jahre für mehrere Jagdzeitungen und spezialisierte sich dann noch einmal auf den Bereich Jagdhund. Selbst führte er Teckel, einen Kleinen Münsterländer und aktuell einen Deutsch-Drahthaar. Hund & Jagd gründete er 2004.

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