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Dienstag, 08 November 2016 07:38

DK Oberfranken: Die Würfel sind gefallen

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Am Sonntag, 6. November, fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutsch-Kurzhaar-Klubs Oberfranken-Haßberge statt.

Diese wurde notwendig, nachdem sich die Ereignisse vereinsintern zugespitzt hatten. Doch der Reihe nach. Nach der IKP 2015, die der Verein aus Oberfranken ausrichtete, wurden Stimmen laut, dass die Erste Vorsitzende des Vereins, Marica Schumacher, Vereinsgelder unterschlagen habe, was von ihr bis heute vehement zurückgewiesen wird. Eine Kassenprüfung Anfang des Jahres soll allerdings abgebrochen worden sein, da Belege für das Geschäftsjahr 2015 nicht ordnungsgemäß ausgefüllt gewesen sein oder ganz gefehlt haben sollen. Auch nach mehrmaliger Aufforderung an Schumacher sollen die geforderten Belege und Nachweise nicht erbracht worden sein, so dass auch eine zweite Kassenprüfung nicht ordnungsgemäß abgeschlossen werden konnte. Auf die Einladung zur Jahreshauptversammlung, die normalerweise immer im Februar des neuen Geschäftsjahres stattfindet, warteten die Mitglieder vergebens. Die intern angespannte Situation unter den Vorstandsmitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes, zu denen die Erste Vorsitzende Marica Schumacher, der Zweite Vorsitzende Ulrich Bechmann und die Kassenwartin Karin Fellmer gehören, gipfelte darin, dass von Bechmann und Fellmer am 14. Oktober Strafanzeige wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Vereinsgeldern erstattet wurde. Zudem wird Frau Schumacher unterstellt, Dinge ins Gegenteil zu verdrehen und der gewählten Schatzmeisterin bis heute keinen Zugriff auf das Vereinskonto gewährt zu haben. Eine von Marica Schumacher alleine einberufene Mitgliederversammlung habe wohl den Sinn, weitere Schritte der Prüfung der Vereinskasse zu verhindern. Nur so sei es zu erklären, dass auf der Tagesordnung der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Punkt "Berichte der Vorstandsmitglieder, Entlastung des Vorstandes und Kassenprüfung" fehle. Es wurde auch angekündigt, dass an der außerordentlichen Mitgliederversammlung "wahrscheinlich kein anderes Vorstandsmitglied außer Marica Schumacher teilnehmen können wird" und dass "der geschäftsführende und der erweiterte Vorstand alles tun werden, um undurchsichtige Dinge aufzuklären und Schaden vom Verein abzuwenden". Davon wurden die Mitglieder des Vereins in einem offenen Brief von  Bechmann und  Fellmer im Oktober  in einer Email informiert.

Am selben Tag erreichte die Mitglieder die Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung mit fünf Tagungsordnungspunkten, darunter unter TOP 2 "Mitgliederanträge zur a) Abwahl des stellvertretenen Vorsitzenden und b) Abwahl der Schatzmeisterin sowie unter TOP 3 "Neuwahlen zum Vorstand".

Vor Beginn der Mitgliederversammlung, die im Anschluss an eine vom Verein ausgerichtete VGP stattfand, ließ die Erste Vorsitzende über den Verbleib einiger Gäste während der Versammlung abstimmen. Die Abstimmung fiel zugunsten der Gäste aus. Danach wandte sie sich mit einer emotionalen Ansprache an die Mitglieder, die über die Zukunft des Vereins entscheiden würden. Denn sollten die beiden Vorstandsmitglieder Bechmann und Fellmer, mit denen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich sei, nicht abgewählt werden, würde sie, Marica Schumacher, ihr Amt niederlegen. Sie wolle keinen Druck auf die anwesenden Mitglieder ausüben, doch sei es ihr aufgrund der Vorkommnisse nicht länger zumutbar, mit eben diesen Personen weiter den Verein zu führen. Es sei bezeichnend, dass beide Personen nicht zu dieser Versammlung erschienen seien, so wie der erweiterte Vorstand mit Hinweis darauf, dass Bechmann und Fellmer nicht teilnehmen würden, ebenfalls durch Nichtanwesenheit glänzten.

Der ehemalige Vorsitzende und Mitgründer des Vereins Alfred Schramm ergriff das Wort und gab der Versammlung zu bedenken, dass  Abwahl und Neuwahl rechtlich gesehen nicht anerkannt würden und sich diejenigen Personen, die sich zur Wahl stellten, lächerlich machten. Er sprach die gegenSchumacher erstattete Strafanzeige an und forderte sie auf, ihr Amt bis zur Klärung ruhen zu lassen. Schumacher entgegnete, dass es falsch wäre, ihr Amt ruhen zu lassen. Hinsichtlich der Strafanzeige würde sie um Verständnis bitten, dass sie aufgrund des schwebenden Verfahrens keine Angaben zur Sache machen könne. Mareike Streicher erklärte, dass ein Notstand im Vorstand bestehen würde und aus diesem Grund eine Abwahl und Neuwahl stattfinden müssten. Schumacher erklärte, dass es ärgerlich sei, dass seit Verschicken des offenen Briefes von Bechmann und Fellmer 15 Vereinsaustritte zu verzeichnen wären. Ein Kassenabschluss soll, nach den Neuwahlen, zügig vorgenommen und zeitnah eine reguläre Jahreshauptversammlung abgehalten werden.

Danach erfolgten die Abwahlen. Wahlberechtigt waren 15 Mitglieder. Für die Abwahl des Zweiten Vorsitzenden Bechmann stimmten 12 Mitglieder mit Ja. Für die Abwahl der Schatzmeisterin Fellmer stimmten 13 Mitglieder.  Damit wurde festgestellt, dass die jeweilige Abwahl erfolgt sei. Vor der Wahl des Zweiten Vorsitzenden erläuterte Schumacher, dass sie sich Gedanken gemacht hätte, wer für dieses Amt in Frage komme, mit wem sie sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstellen könne. Ihre Wahl sei auf  Bernd Felske gefallen, der in Deutsch-Kurzhaar-Kreisen kein Unbekannter sei und der unter anderem an diesem Wochenende Prüfungsleiter und Richter für die gemeldeten Prüfungen Solms und VGP war und seine Aufgabe hervorragend gemeistert habe. Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person kam es zur Abstimmung. Mit 12 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und 2 Enthaltungen wurde Felske zum Zweiten Vorsitzenden gewählt.

Danach ergriff Schumacher  erneut das Wort. Nun stünde die Wahl des Schatzmeisters an. Auch hier habe sie sich Gedanken gemacht und schlage Mareike Streicher vor. Diese würde über die gewünschten Qualifikationen verfügen. Streicher stellte sich den Mitgliedern unter Aufzählung ihrer Tätigkeiten vor (beruflich im Polizeidienst, Betreiberin einer Hundeschule, Tierheilpraktikerin, Züchterin von Deutsch-Kurzhaar, Jägerin, Jagdpächterin mit ihrem Sohn). Bei der anschließenden Wahl erhielt sie 13 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und eine Enthaltung.

Am  19. Februar nächsten Jahres soll nach einer Bringtreueprüfung eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden.

Anschließend sprach Schumacher ein weiteres Problem im Vorstand an. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, dass die Zuchtwartin Antje Engelbart-Schmidt und die Schriftführerin Heike Schmidt nicht zur Versammlung gekommen seien. Schumacher setzte die Mitglieder in Kenntnis, dass ihr Anträge zum Vereinsausschluss von Antje Engelbart-Schmidt und Heike Schmidt vorliegen würden. Diese Personen würden nun angeschrieben und ihnen Gelegenheit gegeben, zu den jeweiligen Vorwürfen Stellung zu nehmen, bevor über einen Ausschluss beraten werde.

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Andrea Dehmer

Andrea Dehmer schlug den zur damaligen Zeit für Frauen typischen Berufsweg in Büro und Verwaltung ein. Ein Tätigkeitsschwerpunkt war dabei immer das Verfassen von Artikeln für die Presse und formulieren und halten von Vorträgen. 2007 zog der erste Jagdhund bei ihr ein und sie kam über den Hund zur Jagd. Im Jahr 2010 bestand sie die Jägerprüfung und löste den ersten Jagdschein. Sie jagt in einem Niederwildrevier und führt 4 Deutsch-Kurzhaar, die von ihrer ersten Hündin abstammen.

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