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Montag, 26 September 2016 07:47

Oktober 2016

geschrieben von

Dass im Deutsch-Kurzhaar-Verband in drei, vier Zwingern verantwortungslos gezüchtet wird, ist für die Rasse insgesamt ganz sicher keine Katastrophe.

Schlimm ist nur, dass einige wenige Züchter den Ruf der Rasse insgesamt durch ihr Handeln schädigen. Schlimm ist auch, dass es einige dieser Züchter geschafft haben, sich in Vorständen und Präsidien festzusetzen, wo sie sich quasi selbst kontrollieren. Der Zorn der sauber arbeitenden Züchter geht deswegen ins Leere, weil diese Leute im Bundesverband nicht von den betroffenen Züchtern, sondern von Delegierten der Klubs gewählt werden.

Seit vielen Jahren, eher seit Jahrzehnten, gibt es im DK-Verband ein System der Abhängigkeit. Selbst (oder gerade?) der Präsident ist vom Verband abhängig. Mit dem Hinweis auf eine uralte Vereinbarung mit Claus Kiefer erhält Michael Hammerer für jede Ahnentafel, die er ausstellt, 8.50 Euro persönlich. Im deutschen Hundezuchtwesen dürfte dies einmalig sein. Weil Hammerer diese Einnahmen über seine Firma dem Verband in Rechnung stellt, verteuern sich die Ahnentafeln für die Züchter völlig unnötig um 19 Prozent Mehrwertsteuer. Von den 11.90 Euro, die der Verband pro Ahnentafel den Züchtern in Rechnung stellt, landen gerade einmal 1.50 Euro in der Kasse des Verbandes.

Die Ahnentafeln werden übrigens an Computern erstellt und auf Druckern gedruckt, die dem Verband gehören...

Die Abhängigkeit des Präsidenten vom Verband wird an einem weiteren Beispiel deutlich: Ebenfalls im Einvernehmen mit Kiefer hatte Hammerer die Homepage für den DK-Verband eingerichtet, wo Würfe angekündigt, Deckrüden und Welpen angeboten werden können. Die Seite gehört Hammerer, sämtliche Einnahmen gehen an ihn persönlich.

Das riecht zwar, dürfte aber legal sein. Schlimm wird es aber, wenn der Präsident eigenmächtig entscheidet, wer dort seine Würfe oder Deckrüden anbieten darf. Und das ist bereits geschehen mit sehr schlimmen Folgen für die Betroffenen.

Inzwischen gibt es Hinweise auf finanzielle Unregelmäßigkeiten bei einem weiteren Präsidiumsmitglied. Marica Schumacher, Inhaberin des Silesia-Zwingers und Schriftführerin des Verbandes, ist bis heute in ihrem Klub Oberfranken-Hassberge nicht für ihre Arbeit im Jahr 2015 entlastet. Eine terminierte Mitgliederversammlung wurde kurzfristig abgesagt. Anfragen von Mitgliedern, wann denn endlich die diesjährige Mitgliederversammlung stattfindet, werden nicht beantwortet.

Das System Kurzhaar stinkt vom Kopf aus. Und das ist die eigentliche Katastrophe in diesem Zuchtverein.

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Tobias Paulsen

Tobias Paulsen hat den Beruf des Redakteurs ab den 70er Jahren in Frankfurt von der Pike auf gelernt. Journalistisch wirkte er zunächst im Lokalen und wechselte später an die Frankfurter Gerichte. Als er in den 90er Jahren Interesse für Wald und Wild entwickelte, war die Ausbildung zum ersten Jagdschein fast schon ein Muss. Anschließend arbeitete er einige Jahre für mehrere Jagdzeitungen und spezialisierte sich dann noch einmal auf den Bereich Jagdhund. Selbst führte er Teckel, einen Kleinen Münsterländer und aktuell einen Deutsch-Drahthaar. Hund & Jagd gründete er 2004.

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