unter der Oberfläche des deutschen Jagdgebrauchshundwesens brodelt es mal wieder. Auf dem Prüfstand stehen die Länderregelungen zur lebenden Ente. Zugleich werden in den Jagdzeitungen Führer von Hundemeuten auf der Jagd sozusagen gesellschaftsfähig gemacht.
Die "Ente" wird derzeit in zwei Varianten gearbeitet: In manchen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hessen) muss sie flugfähig sein, in anderen Bundesländern wird sie kurzzeitig flugunfähig gemacht. Die große Frage ist nun, ob die "flugfähige Ente" geeignet ist, die Brauchbarkeit eines Hundes am Wasser zu bestätigen. Ist sie das, dürfte die "flugunfähige Ente" der Vergangenheit angehören, weil aus Tierschutzgründen immer das mildere Mittel für die betroffene Kreatur (hier: die Ente) gewählt werden muss. Ginge es "nur" um die Brauchbarkeit unserer Hunde, wäre das Thema vermutlich schon lange abgearbeitet. Gerade bei der Wasserarbeit geht es aber auch um die Feststellung der Anlagen für die Zucht. Diese Anlagen werden bei der HZP bepunktet (im Gegensatz zum Ergebnis der Brauchbarkeitsprüfungen). Aus dem Jagdgebrauchshundverband dringt nun die Kunde - vernünftige Öffentlichkeitsarbeit findet dort ja immer noch nicht statt - dass es Überlegungen gibt, die Wasserarbeit vollständig aus den Brauchbarkeitsprüfungen herauszulösen, damit der Konflikt zwischen "flugfähig" und "flugunfähig" nicht weiter vertieft wird. Trifft diese Information zu, wäre sie nicht nur ein erneuter Beleg für die Realitätsferne des JGHV. Anstrengungen in diese Richtung würden vor allem aber das fatale Signal vermitteln, dass unsere Hunde für ihre Brauchbarkeit (im Sinne der Ordnungen der Ländern) die Wasserarbeit gar nicht benötigen.
In den Jagdzeitungen wird nicht nur für Hundemeuten Anzeigenwerbung geschaltet. Die Gründung eines Zusammenschlusses der Meuteführer war einigen Jagdzeitungen sehr viel Platz wert. Dass damit einem tierschutzwidrigen Treiben das Wort gegeben wird, schert in den Redaktionsstuben offenbar niemanden. Pecunia non olet. Einen Aufschrei der Empörung in der Führung des Jagdgebrauchshundverbandes habe ich nicht vernommen. Es gab Zeiten, da wurden Jagdzeitungen regelrecht angegangen, wenn sie sich erdreistet hatten, beispielsweise den Rhodesian Ridgeback als Jagdhund vorzustellen. Damals hatte der Jagdgebrauchshundverband aber auch noch eine Führung...
Ihr
Tobias Paulsen |